Melbourne bis Cairns - die große Reise

25April2014

Hallo meine Lieben,

 

dies ist mein letzter Blogeintrag. Schon seit Wochen bin ich wieder zurück in Deutschland. Trotzdem habe ich diesen Eintrag vor mir hergeschoben und ihn so lang es ging hinausgezögert... Die Zeit hat gefehlt, zu viele Leute wollten mich wiedersehen, zu viele Dinge mussten erledigt werden, Arztbesuche usw. Vielleicht habe ich diesen Eintrag aber auch vor mir hergeschoben, weil ich nicht wahrhaben wollte, dass dies der allerletzte sein wird - das Abenteuer Australien für mich also erstmal beendet sein wird. Außerdem finde ich es ungeheuer schwer, die letzten Wochen, die große Reise durch Australien, auf ein paar Zeilen reduziert, zusammenzufassen. Wie soll man all die Erlebnisse, Gefühle, Zeitsprünge und Erinnerungen bündeln und schriftlich festhalten? Es ist unmöglich...

Deswegen versuche ich jetzt die Reise in Abschnitte zu gliedern und in ein paar Sätzen das Wichtigste festzuhalten.

Tag der Abreise 

Am 10.März sollte um 22 Uhr die große Reise beginnen. Gegen 15 Uhr machte ich mich auf den Weg zur Bank, um mein Konto schließen zu lassen. Neben dem Bankschalter stand eine verführerische Schale mit steinharten Karamell-Bonbons, die sorgsam in Glanzpapier eingewickelt waren. Natürlich griff ich da erstmal zu. Fünf Minuten später kaute ich auf meiner zerbröckelten Zahnfüllung herum. Nachdem ich völlig verwirrt die Zahnstückchen ausgespuckt hatte raste ich nach Hause und rannte mit aufgerissenem Mund zu Tamsin, die nichtsahnend im Arbeitszimmer saß. Halb lachend und halb panisch rief Tamsin bei allen umgebungsnahen Zahnärzten an, denn mein ganzer Backenzahn lag bis auf den Nerven frei. Innerhalb von einer halben Stunde musste ich meinen Backpack für die Reise packen (eigentlich hätte ich ja noch Zeit gehabt...) und duschen. Zum Glück konnte der Zahnarzt relativ schnell eine neue Füllung auf den Zahn machen, sodass ich noch rechtzeitig den Flieger nach Melbourne bekam.

Na, das fängt ja gut an... Es kommt aber noch besser. Haha

Melbourne

In Melbourne haben wir im "United Backpackers" übernachtet, einem wirklich tollen Hostel, direkt in der Innenstadt. Die Stadt hat mich total an Berlin erinnert. Von der ersten Sekunde habe ich mich dort wohlgefühlt. Wie Berlin ist Melbourne groß, in den Gassen findet man Streetart (Graffitti) und ist gefüllt mit Menschenmassen. Doch die Stadt ist grundsätzlich entspannter, sauberer und die Menschen scheinen mir glücklicher/freundlicher. Es gibt überall total günstiges und leckeres Essen, durch die Stadt fährt eine kostenlose Straßenbahn, der Fluss und das Meer nehmen der Stadt die Hektik. Vom Eureka Deck konnte man die Stadt auch von oben bestaunen. Alissa und ich haben Melbourne geliebt!! Besonders gut gefallen hat mir die Architektur der Stadt - Modern und Alt im Einklang. Ich finde, dass dies die beste Stadt zum Leben in Australien ist. Wenn ich mal auswander - dann nach Melbourne.

In einer Gasse in Melbourne Banksy in Melbourne Alissa und Ich in Melbourne (China Town) China Town Melbourne vor der Bibliothek in Melbourne Bibliothek in Melbourne Café in Melbourne Vorm Fluss, im Hintergrund die Skyline Melbournes Federation Square Melbourne Auch der Regen konnte uns die Laune nicht verderben (Melbourne) kostenlose Straßenbahn Melbourne  Eureka Tower Kleine Gasse in Melbourne Eureka Deck, Blick auf Melbourne Federation Square Stn - direkt vor unserem Hostel Federation Square

 

Great Ocean Road

Die Great Ocean Road haben Alissa und ich auf einem Tagestrip erkundet. Wunderschön. Doch man braucht mehr als einen Tag, um alles entspannt anzuschauen.

Alissa und ich  A & Ich Die 12 Apostel 12 Apostel 12 Apostel  Ich irgendwo an der Great Ocean Road Ich mit einem Papagaien auf der Great Ocean Road Koala Great Ocean Road Alissa und Ich mit Papagei

Sydney

Sydney hat mir auch beim zweiten Besuch gut gefallen. 

  Alissa und ich vorm Opernhaus Bondi Beach Maike, ich und Alissa vor der Harbour Bridge

Eine neue Seite von Sydney habe ich gesehen, als wir mit der Fähre nach Mainly gefahren sind. Mainly ist eine kleine Ferieninsel, vergleichbar mit Usedom. Die Atmosphäre ist dort viel ruhiger als im lauten Sydney. Es gibt eine kleine Fußgängerzone und einen eeeewig breiten Strand. Alissa und ich wollten sportlich sein und die Insel zu Fuß erkunden. Die Frau im Informationszentrum erzählte uns von einem 30 minütigen Lauf durchs Inselinnere. Am Ende würde eine Aussichtsplattform auf uns warten, die einen atemberaubenden Blick auf die Skyline von Sydney mit Harbourbridge und Opernhaus bieten würde. Also machten wir uns erwartungsvoll auf den Weg. Ungefähr 3 1/2 Stunden schlugen wir uns durchs Unterholz, kletterten bröcklige Steine hinauf und hatten panische Angst, dass wir bis zum Einbruch der Nacht nicht aus dem Urwald rausfinden und im Busch mit den Schlangen und Echsen übernachten würden. Während wir Überlebensstrategien durchgingen und ich verzweifelt versuchte die unübersichtliche Karte aus dem Informationszentrum zu entschlüsseln fiel uns auf, dass uns eine Frau folgte, der es scheinbar wie uns ging. Wir - Alissa, Ich und die Frau - waren ganz alleine. Es gab keine Wegweiser und Alissa und die Frau, die aus Malaysien kam, beschlossen, dass sie sich auf mich verlassen werden. Irgendwann kamen wir durch Zufall wieder auf einen befestigten Wanderweg und irgendwann kamen wir auch endlich auf der groß angepriesenen Aussichtsplattform an, von der man alles sehen konnte, aber nicht die Harbourbridge und das Opernhaus! "Ach, war doch nicht weit!", witzelten Alissa und ich den ganzen Rückweg, der dann tatsächlich nur ca. 30 Minuten dauerte. Wir hatten uns schlicht und einfach auf dem Hinweg verlaufen. Na, ist ja noch mal gut gegangen...

 Mitten Im NirgendwoMitten im NirgendwoAussichtsplattform auf Mainly Alissa und die Malaysierin   Fußgängerzone Mainly Surfer Mainly Beachvon der Fähre aus

Brisbane - Byron Bay

Ab Brisbane sollte nun aber der wirklich abenteuerliche Teil der Reise beginnen. Nachdem wir die Nacht in einem heruntergekommenen Hostelzimmer mit drei anderen Deutschen (mit denen wir uns sehr gut verstanden haben) verbracht hatten, holten wir frühmorgens unseren Campervan ab, mit dem wir die Ostküste erkunden wollten. Was für eine Riesen-Karre das war! 

Hostel in BrisbaneKüche im Campervan unser Campervan

Ich hab mich erstmal nicht getraut mit dem Ding zu fahren, da musste Alissa erstmal ran. Es war so heiß in Bribane, erst recht in dem Auto. Auf der Autobahn nach Byron Bay drehten wir also erstmal schön die Klimaanlage auf. Erst auf die mittlere Stufe (wir wollten ja Sprit sparen), dann auf die stärkste. Doch die Temperatur im Auto blieb gleich. Alissa und mir lief der Schweiß herunter, die T-Shirts klebten an unseren Rücken und unsere Köpfe waren hochrot. Alissa schwitze noch mehr, denn sie musste ja auch noch dieses riesige Auto mit Gangschaltung auf der linken Straßenseite fahren. Bei der Buchung im Reisebüro war ein Fehler unterlaufen: in Perth hatten wir für ein GPS Navigationsgerät bezahlt, in Brisbane wusste niemand etwas davon. Der Mann am Schalter versicherte uns allerdings, dass wir definitiv kein GPS brauchen werden- das australische Straßennetz sei so simpel, da wär man schon selten doof, wenn man sich verfahren würde... 

Natürlich haben Alissa und ich uns verfahren. Sind erstmal schön zwei Stunden ins Landesinnere gefahren, anstatt an der Küste entlang, runter nach Byron Bay. Und dann diese Hitze! Mit der Klimaanlage musste etwas kaputt sein! Nachdem mir auf meinem Handy Google Maps aufgefallen war, dass wir in die völlig falsche Richtung fuhren, fiel mir auch noch ein Klemmbrett mit sämtlichen Original-Unterlagen unserer Buchung (kopierte Kreditkarten, Unterschriften usw.) auf, dass im Auto lag. Das Klemmbrett gehörte der Vermietstation und ich ruf kurzerhand dort an. Der Mann, der uns das Auto übergeben hatte bettelte, dass wir das Klemmbrett mit den wichtigen Unterlagen in zwei Tagen, auf unserem Weg nach Rainbow Beach, bei ihm abliefern. Wir entschieden uns, so gutmütig zu sein, da wir ja eh nochmal an Brisbane entlang kommen würden. Außerdem wollten wir die Klimaanlage checken lassen.

Byron Bay ist DAS australische Surferstädtchen schlechthin. Es hat uns richtig gut gefallen dort. Man lässt sich von der Gelassenheit des Ortes und der Menschen sofort anstecken. Wir waren gaaaaaanz entspaaaannnnt, als wir aus Byron Bay wegfuhren. Diesmal bin ich gefahren. Zu Beginn hab ich das Auto viermal im Kreisverkehr abgewürgt. Gestört hat das dort niemanden... Alles gaaannnnz entspannnnt und eaasyyy.. Wir haben doch Zeit.

ein Byron Bay ein kleines Cafe in Byron Bay Byron Bay

Die Gelassenheit schlug schnell in Frustration um, als uns in Brisbane bestätigt wurde, dass die Klimaanlage tatsächlich kaputt war, außerdem noch das "Engine-Light" aus unerklärlichen Gründen rot blinkte, und wir dringend in eine Werkstatt müssten. In Brisbane wurden wir nach einer Stunde weggeschickt, da man das Auto so schnell nicht reparieren konnte. Wir hatten ja einen straffen Zeitplan, schon am Abend wollten wir in Noosa sein. Die Autovermietung suchte uns eine Werkstatt in Noosa raus. Mithilfe des GPS Navigationssystems, dass wir von dem erleichterten Mann, dem wir die Unterlagen wiedergebracht haben, bekommen hatten, fanden wir den Weg zur Werkstatt, die mitten in einem Industriegebiet in Noosa lag. Dort sagten man uns, dass das Auto mindestens den ganzen nächsten Tag repariert werden müsse...

Noosa

Geschlafen haben wir in Noosa dann auf einem Parkplatz hinter einem Kino, den uns ein anderer Backpacker empfohlen hatten. Die Stellplätze auf den Campingplätzen kosteten nämlich fast genauso viel, wie eine Nacht im Hostel und wir wollten Geld sparen. Die ganze Nacht hatten wir Panik, dass gleich ein Cop an unsere Fenster klopft, den Wildcampen ist in Australien verboten. Unsere Zähne haben wir an einer Wasserfontäne geputzt, wo wir auch unser Wasser für die Nudeln geholt haben... Das war was... manmanman UND WIR HABEN GESCHWITZT!!! Ich sag's euch! Alissa fiel auf, dass mein Auge ziemlich rot war.

Unser Nachtquartier in Noosa

Am nächsten Morgen bin ich mit einem verklebten Auge aufgewacht. Dann sind wir wieder zur Werkstatt gefahren und haben gewartet, gewartet und gewartet. Wir konnten ohne unseren Campervan dort ja nicht weg. Den Leuten dort taten wir so leid, dass sie uns anboten, im Naturschutzpark von Noosa abzusetzen und drei Stunden später wieder abzuholen, damit wir wenigstens etwas von Noosa sahen, denn am nächsten Tag mussten wir in Rainbow Beach sein, wir hatten eine Tour nach Fraser Island gebucht. 

Noosa ist ein wunderschönes Ferienörtchen... Wir haben einen langen Spaziergang gemacht.

Noosa Noosa

 

In der Stadt bin ich wegen meines Auges in eine Apotheke gegangen. Der Apotheker meinte ich habe Konjunktivitis und verschrieb mir Augentropfen, die ich alle zwei Stunden in mein Auge tröpfeln sollte. YAAAYYYY!

in der Werkstatt in Noosa Wieder in der Werkstatt angekommen, fühlten wir uns dort schon richtig zu Hause. Die Leute waren alle sehr nett, wir saßen bei der Sekretärin, die die ganze Zeit lauthals sang und gute Laune verbreitete. Ich war allerdings weniger gut gelaunt. Mein Handy ging kaputt und ich sah schrecklich aus mit meinem roten Auge... Schön, dass wir am nächsten Tag die Tour machen wollten, auf der tausende Fotos geschossen werden würden. 

Zu allem Überfluss bekamen die Leute in der Werkstatt das Auto auch nach stundenlanger Arbeit nicht wieder repariert. Die Klimaanlage war noch immer kaputt, das Engine Light leuchtete noch immer. Naja, was soll's... Wir mussten damit leben, denn unser Zeitplan war straff. Wir mussten weiter.

Rainbow Beach und Fraser Island

Spät abends kamen wir im "Pippis" an, ein Hostel, wo wir gegen ein wenig Geld über Nacht parken und die Küche und das Bad nutzen konnten. An sich hatte das Hostel eine tolle Atmosphäre, allerdings ist eine Stunde nachdem wir ankamen, im ganzen Hostel der Strom ausgefallen. Allmählich fragten Alissa und ich uns, ob wir irgendwie das Unglück anzogen... haha ! Aber wir lachten viel und versuchten aus jeder Situation das Beste zu machen. Ich mein wer kann schon erzählen, dass er in Australien in einer stockdunklen Küche mit zwanzig anderen Backpackern gekocht hat, oder in einem Bad mit Handytaschenlampe die Dusche gesucht hat. Im Dunklen zu Duschen ist eine sehr interessante Erfahrung.

Am nächsten Morgen stellten wir uns in aller Frühe vor unser Hostel und warteten auf den Bus, der uns zu unserer Fraser Island Tour abholen sollte. Wir stiegen ein, doch schon 10 min später mussten wir wieder raus, denn der Bus war defekt. Der Busfahrer hat dann einen anderen Bus geholt... (Unglück und so...)

Endlich lief dann aber alles einmal nach Plan. Mit dem speziellen Bus sind wir am Strand und durch den Regenwald gefahren. Was für ein tolles Erlebnis! Aber seht selbst:

der Bus mit dem Bus am Strand auf Fraser Island Lake McKenzie auf Fraser Island Ich im Lake McKenzie Strand Fraser Island Fluss im Regenwald von Fraser Island Wanderung durch den Fluss auf Fraser Island Vorsicht! Dingos auf Fraser Island

Der Tag war rundherum gelungen, wir hatten eine nette Truppe, das Wetter war toll und Fraser Island ist wunderschön.

Übernachtung in der Wildnis

Weil die Strecke von Rainbow Beach bis Airlie Beah zu lang ist (fast 1.000 km), sind wir so lange wir konnten gefahren, und haben kurz vor der Dämmerung irgendwo angehalten und übernachtet. Wir haben über eine Handyapp namens "wikicamps" einen kostenlosen Rastplatz ausfindig gemacht, der mitten im Outback an einem Sumpfgebiet lag. Ihr könnt euch vorstellen, wie das war. Überall Mücken, andere fliegende Insekten, Grashüpfer, Kröten, Frösche und und und... Die alle in unseren gemütlichen, beleuchteten Campervan hüpfen, und dort mit uns übernachten wollten. Es war heiß, stickig und klebrig im Van, wir mussten alle Fenster schließen. Es hatte auch viel geregnet die letzten Tage, deswegen waren die Handtücher feucht und fingen langsam aber sicher an zu stinken, denn sie konnten im Van ja nicht richtig trocknen. Die Konjunktivitis war nun übrigens auch auf mein zweites Auge übergesprungen. Schööööööne Nacht war das. Ne richtig schööööne Nacht. haha

Frisch und knackig setzten wir dann am nächsten Morgen mit ein oder zwei Mückenstichen die Fahrt nach Airlie Beach fort. 

Airlie Beach

In Airlie Beach hingen zwar die Wolken tief über dem Wasser, trotzdem waren wir sofort begeistert von dem kleinen Örtchen. Die Straßen sind schmal, kurvig, verlaufen über Berge und am Meer entlang. Am Meer gibt es frei zugängliche künstlich angelegte Lagunen, die kostenlos für jeden sind. Es gibt viele Bars, Cafés und Shops und vor allem viele junge Backpacker, die alle gute Laune haben und einen anstecken mit ihrer Abenteuerlust. Direkt als wir ankamen sind wir in die Lagune gesprungen, es hat geregnet, es war dunkel und es war irgendwie magisch. 

Lagune in Airlie Beach

Die Laken, Handtücher und nassen Klamotten haben wir endlich in einem Waschsalon durchgewaschen und in den Trockner gepackt. Wir waren gut gelaunt und zuversichtlich. Wir freuten uns wie verrückt auf die Whitsunday Islands Tour, die wir am nächsten Tag machen würden - es sollte DAS Highlight der Reise werden.

Whitsunday Islands

Am nächsten Morgen hat es wie aus Eimern geregnet. Wirklich. Das war kein deutscher Nieselregen. Es war tropischer, "krasser" Regen. Naja. Was soll's. Sagten wir uns wieder. Das legt sich schon wieder. Draußen bei den Inseln ist das Wetter bestimmt schön. 

Ja. Das Wetter war leider nicht schön. haha. Mit Rafting Speed Booten sind wir losgedüst, Partymusik voll aufgedreht, der Regen platschte uns hart ins Gesicht. Wir sind dann alle ins Wasser gesprungen zum Schnorcheln - das war Teil der Tour. Klitschnass und bibbernd sind wir weitergedüst zu den berühmtberüchtigten Whitsunday Inseln. Die haben wir uns vorgestellt, wie das Paradies. Sind sie eigentlich auch. Eigentlich. 

so hatten wir uns die Whitsundays vorgestellt.Whitsunday Islands kleine Krabben auf den Whitsunday Islands Alissa und ich auf den Whitsunday Islands unsere Füße Raftingboote Whitsundays GUTE LAUNE!

Irgendwie war es trotzdem ein lustiger Ausflug. Wenn auch anders, als erwartet.

Cairns

Unser letztes Ziel war Cairns, im nördichen Teil an der Ostküste Australiens. Wir hatten im Vorraus eine Regenwald- und eine Schnorcheltour gebucht. Wir sind mit ganz niedrigen Erwartungen an Cairns herangegangen. Denn als wir ankamen, hat es natürlich auch dort geregnet. 

Überraschenderweise war Cairns dann doch ein ganz toller Teil unserer Reise. Die Regenwaldtour war sehr beeindruckend, wir haben eine Schiffsfahrt auf einem Fluss gemacht, wo wir Krokodile gesehen haben und waren am Cape Tribulation. Auf dem Rückweg hat unser Busfahrer Delfine im Meer entdeckt und wir haben deswegen extra kurz angehalten..

Cape Tribulation Cape Tribulation Cape Tribulation Krokodil im Fluss bei Cairns Vorsicht KrokodileFluss bei Cairns im Regenwald auf dem Rückweg der Regenwaldtour

Und die Schnorcheltour war dann letztendlich mein persönliches Highlight der ganzen Reise. Beim Schnorcheln im Great Barrier Reef habe ich Riesenschildkröten, bunte Fische jeglicher Art und sogar Rochen gesehen! 

kleine Insel mittem im Great Barrier Reef Glasbodenboot Riesenschildkröte Alissa und ich auf dem Boot Ich beim Schnorcheln im Great Barrier Reef Blaupunktrochen Fischschwarm rieeeesiger Fisch! noch ein riesiger Fisch

Lagune in Cairns

 

Alissa ist zu tief getaucht und hatte ein Loch im Trommelfell. Unseren letzten Abend haben wir in der Notfallstation verbracht. 

Von Cairns sind wir dann für eine Nacht zurück nach Perth zu unseren Gastfamilien geflogen, um unsere Koffer abzuholen.

Goodbye, Johnsons. Goodbye, Australia.

Am letzten Tag in Australien musste ich mich von meiner Gastfamilie, verabschieden. Das war mit Abstand der traurigste Tag in meiner gesamten Zeit in Australien. Die Gastfamilie ist mir in den sechs Monaten sehr ans Herz gewachsen. Besonders natürlich die Kinder. Die hatten sich so gefreut, als sie mich dann nach knapp einem Monat wiedergesehen haben... Realisiert hatten sie nicht wirklich, dass ich dann am Abend endgültig weg sein werde. Ich habe alle nochmal ganz lange in den Arm genommen und musste sofort weinen. Tamsin hat mich dann zum Flughafen gefahren. Als wir uns Goodbye gesagt haben, hat auch sie dann angefangen zu weinen. Sowas ist wirklich nicht leicht. Ich weiß nicht, ob ich mir alle sechs Monate ein neues Au Pair ins Haus holen würde. Eher nicht.

In meiner Zeit in Perth und auf der Rundreise bin ich durch viele Hochs und Tiefs gegangen. Ich habe geweint und gelacht. Wurde in einer fremden Familie als Familienteil aufgenommen, durfte die Kultur eines anderen Landes kennenlernen und miterleben. Habe so viel gelernt, wie noch nie zuvor. Habe gelernt, was es heißt, sich sein eigenes Geld hart zu erarbeiten. Wie andere Familien ihren Alltag leben. Was Gastfreundschaft und endlose Großzügigkeit heißt. Wie glücklich und freundlich ein ganzes Volk sein kann. Was es heißt, spontan zu sein. Was es heißt, das Beste aus den gegebenen Umständen zu machen. Und dass das Leben meist nicht so läuft, wie man es erwartet und plant. 

Besonders die Reise am Schluss war sehr lehrreich für mich. Alissa und ich mussten mit vielen Rückschlägen umgehen und haben versucht immer positiv zu bleiben. Wenn ich auf die Reise zurückblicke bin ich trotzdem glücklich. Das war eine tolle Erfahrung und hat mich persönlich im Leben weitergebracht.

Das ganze "Abenteuer Australien" hat mich geprägt und vorangebracht. Und ich bin dankbar für all die Leute, die mir auf meinem Weg begegnet sind und mir beigestanden haben. Ich habe so viele neue Freundschaften geschlossen, die ich sehr wertschätze. 

Ich hoffe, dass ihr diesen Blog gerne gelesen habt und ihr so ein bisschen an meinem Abenteuer teilhaben konntet. Danke fürs Lesen!

Eure Caro

Die letzten Tage in Perth

02März2014

Hallo Leute,

 

den letzten Sonntagspost habe ich übersprungen, da es einfach wirklich nichts Spannendes für euch zu berichten gab. 

Die vergangene Woche war wieder um einiges schöner und interessanter.

Am Mittwochabend war ich mit Anna und Tita im Open Air Cinema in Northbridge. Das Kino ist kostenlos, mitten in der Innenstadt auf einer Wiese. Jeden Mittwoch laufen dort etwas ältere Kinofilme; jeder kann kommen und dort zum Beispiel auch schön picknicken. Zu Beginn werden sogar kostenlos Sitzsäcke angeboten, die natürlich super schnell vergeben sind. Das Publikum ist sehr durchwachsen: von Aborigines, Australiern, Touristen bis hin zu Au Pairs ist alles dabei. 

Wir haben "Salmonfishing in the Yemen" geschaut und hatten einen wirklich schönen Abend. Mittlerweile fällt es mir leicht englischsprachige Filme zu verstehen, womit ich am Anfang teilweise meine Probleme hatte... JUHUUU! 

Mit Molly habe ich einen Zitronenkuchen gebacken und gemeinsam mit Sheppy haben wir einen Tag im Freibad verbracht. Langsam muss ich den Kleinen klarmachen, dass ich bald weg bin und dann ein neues Au Pair mit ihnen spielen wird... Es zerbricht mir schon jetzt das Herz…

Am Freitagabend hat Anna ihre Abschiedsparty geschmissen. Schön fand ich, dass dort nicht nur deutsche Au Pairs, sondern auch französische und amerikanische, zu Gast waren. Außerdem kam am Ende noch ihr australischer Nachbar, der Student hier ist, vorbei. Wir haben also den ganzen Abend englisch gesprochen und uns wirklich, wirklich, wirklich sehr gut verstanden. Wir hatten einen extrem lustigen Abend und haben viel gelacht, gegessen (Känguruburger) und getanzt. Am Ende sind wir alle noch in den Pool gesprungen.

Annas Abschiedsabend

Mit Anna sind nun im Prinzip alle meine Freunde aus Perth abgereist. Nur noch Alina ist mir geblieben. Mit ihr habe ich dann heute den Tag am Strand verbracht. Vor ein paar Wochen habe ich einen aufblasbaren Flip Flop mit aufgedruckter Australienflagge in meiner Wohnung gefunden. Der gibt ein gutes Fotomotiv her, oder?! haha

Ich mit dem Flip Flop Alina und ich Alina und ich mit dem Flip Flop

Die letzten Tage hier in Perth genieße ich in vollen Zügen, schon in einer Woche geht's los nach Melbourne - das bedeutet das Ende meiner Au Pair Zeit in Perth...

Ich hoffe es geht euch allen gut!!!

Bis bald! 

Eure Caro


Fringe Festival

17Feb2014

Hallo liebe Leute,

 

gestern war ich mit Anna beim Fringe Festival in Perth. Man kann dort zu unzähligen Shows gehen. Comedy, Zirkus, Theater... Einfach alles Mögliche, für relativ wenig Geld. Mehrere Stadtteile sind bunt geschmückt und überall laufen lustig verkleidete Menschen herum.

Anna und ich 1 Anna und ich 2

Anna und ich saßen auf einer Bank und auf einmal kam ein junger Mann im Pinguinkostüm auf uns zugelaufen und hat uns gefragt, ob wir Lust hätten kostenlos bei seiner "The Walking Idiots Tour" mitzumachen. Normalerweise kosten die Tickets 20 $, wir haben also natürlich ja gesagt. Das ganze war eine Art Stadtführung über Perth, auf (mehr oder weniger) humorvolle Art und Weise geführt - vom Pinguin. Alle Teilnehmer haben gelbe Bauarbeiterwesten getragen, auf denen stand: "I'm an Idiot."

Auf jeden Fall ist auf der Führung etwas passiert... Wir liefen an ein paar Aborigines vorbei, die grölend auf uns zukamen. Unter ihnen waren auch Kinder. Sie unterhielten sich mit dem Pinguin. Fragten ihn, was wir machen würden usw. Dann liefen wir weiter und plötzlich kam eine der Frauen total aggressiv auf die Gruppe zu gerannt. Sie schrie den Pinguin an: "I'm not a part of your fucking Walkingtour. I'm not an idiot." Sie wirkte alkoholisiert. Plötzlich schlug sie wild um sich, boxte gezielt auf einen kleinen Jungen aus unserer Gruppe und rempelte die Leute an. Wir haben dann alle schnell das Weite gesucht. Der Pinguin hat versucht die Frau zu beruhigen...

Ich finde das Thema "Aborigines in Perth" wirklich sehr traurig... Alle Aborigines, die ich bis jetzt in der Stadt gesehen habe, sahen sehr heruntergekommen und abstoßend aus. Meistens waren sie stark alkoholisiert und haben auch ziemlich gestunken. 

Keiner spricht hier gerne über die Aborigines. Das finde ich wirklich sehr erschreckend... Da muss etwas getan werden.

Wie auch immer - der Abend war ansonsten wirklich sehr schön und das Festival hat uns gut gefallen.

Letztens ist mir aufgefallen, dass ich nur noch zwei Wochen als Au Pair hier arbeiten werde. In der dritten Woche kommt nämlich schon Helen, das neue Au Pair der Familie, an. Ich finde es unglaublich, wie schnell meine Zeit hier vergangen ist...

Bis ganz bald, liebe Leute!!!

Eure Caro

Mollys Geburtstag & Reiseplanung

10Feb2014

Hi liebe Leute,


am Samstag ist die kleine Molly sechs Jahre alt geworden. Als Geschenk hat sie von Tamsin und Edward ein Hochbett bekommen, unter dem ein Schreibtisch eingebaut ist. Sie hat sich so sehr einen eigenen Schreibtisch gewünscht, schließlich geht sie ja jetzt in die erste Klasse. Da alle drei Kinder in einem kleinen Raum schlafen, schien die Erfüllung des Wunsches unmöglich - doch das Hochbett ist die perfekte Lösung. Molly hat sich riesig gefreut; ich hab sie noch nie so glücklich gesehen. 

Nachmittags hat Molly eine riesen Geburtstagsparty im Freibad geschmissen. Alle ihre Klassenkameraden und Freunde waren eingeladen. Und ich meine wirklich alle. So große Geburtstagspartys sind hier in Perth total üblich. Wenn ich daran denke, wie ich damals Geburtstag gefeiert habe: Ich durfte eine Handvoll Freunde einladen; es gab einen Schokokuchen, danach wurden irgendwelche Spielchen wie Topfschlagen veranstaltet. Nicht zu vergleichen mit den Kinderpartys hier: jede Party hat ein spezielles Motto - nach dem alles perfekt ausgerichtet wird; von der Einladungskarte bis zum Cupcake.

Ich war mal auf einer Geburtstagsparty hier.. Ohman. Das Motto war "Regenbogen-Party". Es gab natürlich einen Regenbogen-Kuchen und Regenbogen-Cupcakes. Dann gab es ein riesen Gefäß mit Smarties, angeordnet in den Regenbogenfarben. Um den Essenstisch waren regenbogenfarbende Luftballons drapiert, auf denen eine riesige „6“ prangte. Sogar die Wasserflaschen hatten extra angefertigte regenbogenfarbene Etikette, auf denen "Issys Geburtstag, 6" stand. Zum Abschied hat jeder Gast einen überdimensional großen Regenbogen-Lolly mit dem Aufdruck " Thank you for Coming to Issys Party" bekommen. Es ist verrückt.

Es kommen nicht nur etwa 30 Kinder – nein - auch die Eltern und Geschwister kommen mit. Die stehen dann am Rand und verspeisen die perfekte Motto-Torte aus der Konditorei und trinken kalte Getränke, während die Kinder von Animationsteams bespaßt werden... haha

Tamsin hat den Kuchen immerhin selber gebacken, hat dafür allerdings auch unzählige Stunden in der Küche gestanden… Der Kuchen passend zum Motto "Poolparty", war ein riesiger Pool-Kuchen, außen war normaler Kuchen, innen war blauer Wackelpudding. Sie hat sich sehr viel Mühe gegeben und alle waren sehr beeindruckt. 

Mollys Kuchen 1 Mollys Kuchen 2

Insgesamt war der Tag besonders für Molly ein riesen Spaß, die mit zwei Wäschekörben voller Geschenke nach Hause gegangen ist. Jetzt darf sie jeden Tag zwei Geschenke öffnen... 

 

Am Sonntag ist Alissa zu mir gekommen und wir haben endlich unsere Reise intensiver geplant und den Campervan gebucht. Ich bin so aufgeregt - lese mir die ganze Zeit Reiseführer durch und schaue mir Bilder bei Google an. Vom Au-Pair Dasein habe ich langsam genug... Das Reise-Abenteuer Australien kann kommen!!!

Liebe Grüße

eure Caro

Sheppy, Flossie und ich

Nicht viel passiert - viel zu viel gearbeitet No.2

05Feb2014

Hallo liebe Leute,

tut mir leid, dass ich schon wieder zu spät dran bin mit dem Schreiben. Ich bin einfach nicht dazu gekommen... Tamsin hat diese Woche als die "craziest and busiest week" im Jahr bezeichnet... Montag hatte Terry (der Opa) Geburtstag, Dienstag hat die Schule für Molly wieder begonnen, heute hat Edward Geburtstag, Flossie geht zum ersten Mal in den Kindergarten und für Sheppy beginnt die Vorschule auch wieder. Für mich und Tamsin heißt das im Moment einfach nur Stress und viel Arbeit. Gerade habe ich mal zwei Stunden Pause. Die nutze ich, um ein Geschenk für Ed zu kaufen (Bier - mehr Kreativität war nicht drin) und den Blogeintrag zu schreiben. 

Am Sonntag kommt Alissa, das Mädchen mit dem ich Reisen werde. Gemeinsam werden wir ein bisschen unsere Route durchplanen und einen Campervan mieten. Wir werden nämlich von Brisbane nach Cairns doch nicht den Greyhoundbus nehmen, sondern uns so richtig ins Abenteuer stürzen und mit dem eigenen kleinen Campervan die Ostküse entdecken. Das kann noch wirklich "abenteuerlich" werden, denn ich bin schon eeeeewwwwiiigg nicht mehr Auto gefahren, geschweige denn ein Auto mit Schaltung. Naja, das wird schon. Ich freue mich riesig auf die Reise! Ich kann es nicht mehr erwarten!!!!

Bald habe ich hoffentlich mal wieder mehr zu berichten.. 

Bis dann

eure Caro

 

Australia Day & Aquarium

29Jan2014

Hallo liebe Leute,

tut mir sehr leid, dass ich euch schon wieder ein paar Tage habe warten lassen. Ich habe die letzten Tage so viel unternommen, habe viel gearbeitet und einfach nie Zeit gefunden. Dass ich in meiner Wohnung kein WLAN habe, macht die Sache auch nicht unbedingt einfacher. Ich habe ja jederzeit Internet, wenn ich oben im Haus bin, aber den Computer nehme ich ja nicht jedes Mal mit hoch...

Am Sonntag, dem 26.Januar wurde hier im ganzen Land der "Australia Day" gefeiert.  Der Australia Day ist offizieller Nationalfeiertag und erinnert an die Ankunft der Briten in Sydney 1788. Da der Tag auf einen Sonntag viel, hatten alle am Montag frei.

Um 20 Uhr gab es ein riesiges Feuerwerk am Swanriver in Perth City. Dieses Feuerwerk soll sogar größer gewesen sein, als das an Silvester. Mit meiner Freundin Tita aus Berlin (Frohnau!), ihrem Nachfolgeaupair und Kim aus Kanada haben wir das Feuerwerk aus dem Kings Park angesehen. Es war wirklich toll, im Himmel konnte man Herzen, Schildkröten und andere Figuren erkennen. Das Feuerwerk dauerte sogar etwa 30 Minuten lang; deutlich länger als das in Sydney an Silvester also. Was das Feuerwerk in Perth mit Sydney allerdings gemeinsam hatte, waren die unglaublichen Menschenmassen! So voll habe ich Perth noch nie erlebt. Ich hatte das Gefühl, dass alle Menschen, die in den unzähligen kleinen Käffern um Perth wohnen, an diesem Tag in die Stadt gekommen sind. Das ist wahrscheinlich noch nicht mal so abwegig.

Die Stimmung war richtig ausgelassen; alle wehten mit Australienflaggen, hatten bunt bemalte Gesichter oder Tattoos auf der Haut.

Leider sind meine Handyfotos vom Feuerwerk so schlecht, deswegen hier ein Foto aus dem Internet:

Feuerwerk in Perth

Nach dem Feuerwerk sind wir noch in der Innenstadt in mehrere Bars gegangen. Am nächsten Morgen musste ich zum Glück erst um 14.30 Uhr anfangen zu arbeiten...

Am Dienstag war ich mit den Großeltern aus England und den drei Kindern im Perth Aquarium "aqwa". Jetzt bin ich mir sicher, dass es die richtige Entscheidung ist, nie mehr ins Meer hier zu springen. Niemehr. 

Spaß- aber ich halte mich schön am Ufer... Bloß nicht zu weit rein ins tiefe Ungewisse - zu all den Rochen, Seeschlangen, Quallen, Haien.... Als wenn es nicht schon schlimm genug wäre zu wissen, dass diese Kreaturen in den Meeren dieser Welt herumschwimmen, haben die Aquariumgestalter immer schön Landkarten neben den Becken angebracht, auf denen markiert wurde, wo diese Tiere aufzufinden sind. Schön, dass fast jedes Mal Perth und die Umgebung markiert war, zb. Lancelin...

Hai im Aquarium

Die Kinder waren begeistert! 

Ich melde mich nächsten Sonntag wieder.

Bis dahin, alles Liebe!

Eure Caro

Urlaub Down South

20Jan2014

Hallo Leute,

gerade bin ich aus dem einwöchigen Familienurlaub zurückgekommen. Wir waren ja eine Woche im Ferienhaus in Dunsborough, bei Margaret River. Das letzte Mal war ich im australischen Winter dort, diesmal im australischen Hochsommer. In Perth sind es heute 39 Grad gewesen, in Dunsborough ist es meist ca. 3-5 Grad kälter… Es ist heiß, heiß, heiß!

Der Sommer in Australien ist heiß. Manchmal unerträglich heiß. Heißes Wetter heißt allerdings auch Strandwetter! Bei meinem letzten Besuch im Ferienhaus habe ich all die atemberaubend schönen Strände im Südwesten Australiens nur mit dickem Pulli und langer Hose bestaunen können. Dieses Mal war es heiß. Hab ich schon erwähnt, dass es heiß ist?! Bikini an und ab ins Meer. Aber nicht in irgendein Meer, nicht an irgendeinen Strand! Ich dachte Rottnest Island kann nichts toppen… Aber guckt euch diesen Strand, und vor allem dieses Meer, an…(eine kleine Bucht zwischen Meelup Beach und Eagle Bay):

  Strand_1 Strand2  Strand3 Strand4 Strand5

Zum Glück ist meine Freundin Lea nach drei Tagen zu uns ins Ferienhaus gekommen, und hat die letzten Tage gemeinsam mit mir in der Familie verbracht. Tag und Nacht nur die Kinder, Edwards Eltern und meine Gasteltern können langweilig werden… So wurde ich vor Langerweile verschont und war froh, mit jemandem in meinem Alter reden zu können. Lea und ich hatten viel Spaß, haben Wein getrunken, Schokolade gegessen und sind auf Känguru-Jagd gegangen (wir haben sogar vier entdeckt). Leider wird Lea schon in wenigen Wochen Perth verlassen, so wie viele meiner Freundinnen hier. Auch mir wird langsam klar, dass sich meine Au Pair-Zeit dem Ende zuneigt. Heute habe ich nachgerechnet, wie viele Arbeitstage ich noch vor mir habe: 34! Danach kommt die Reise an die Ostküste – Ende März bin ich schon wieder in Deutschland…!

Die Woche Urlaub mit der Familie hat mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Wir haben viel unternommen und schon wieder hab ich das Gefühl, dass wir uns noch ein Stückchen näher gekommen sind. Besonders die kleine Flossie wächst mir immer mehr ans Herz. Ich habe am Anfang ja berichtet, wie schwer der Start mit ihr war. Wie „gemein“ sie zunächst zu mir war… Ich dachte, dass wir nicht miteinander klarkommen werden. Heute ist es ganz im Gegenteil. Flossie ist „my little girl“, wie ich sie immer nenne. Wenn ich sie auf dem Arm habe und sage „You are my…“, beendet sie den Satz mit „little girl.“. Wenn ich morgens aus meinem Zimmer komme, strahlt sie mich an und schreit meinen Namen. Oh man… Ich werde sie sehr vermissen! Die anderen natürlich auch! Im Ferienhaus habe ich die Kinder zum ersten Mal ins Bett gebracht. Zu meiner Überraschung war das gar kein Problem, die Kinder haben nicht mal nach ihren Eltern gefragt. Auch beim zweiten Mal hat es reibungslos funktioniert.

Flossie und ich

Irgendwie habe ich das Gefühl ich hab einen Sonnenstich, mein Blogeintrag ist heute ganz komisch. Ich hoffe ihr erfreut euch trotzdem dran!

 

Ganz liebe Grüße

von eurer Caro

Weihnachten, Silvester, mein Geburtstag & Lukas

11Jan2014

Hallo ihr Lieben,

erstmal wünsche ich euch allen ein frohes neues Jahr. Ich hoffe ihr habt alle einen wunderbaren Start ins neue Jahr gehabt und toll gefeiert.

Seit meinem letzten Blogeintrag ist soooooooo unglaublich viel passiert: Weihnachten in meiner australischen Gastfamilie, Sydney, vier mehr oder weniger schöne Unterkünfte, Silvester, mein Geburtstag, zwei wunderschöne Wochen mit Lukas, ...! Es tut mir leid, dass ich euch so lange habe warten lassen, doch ich hatte kein WLAN, war ständig unterwegs und mit den Gedanken natürlich ganz woanders.

 

Am 24.Dezember, Weihnachten in Deutschland, habe ich ganz normal gearbeitet; abends habe ich gebügelt - so wie jeden Dienstag. Erst fand ich es nicht sonderlich schlimm, ich bin eh nicht so ein "Heimweh-Mensch", dachte ich. An „Weihnachten“ hatte ich die letzten Tage und Wochen nicht viel gedacht und ich hatte mir vorgenommen, es gedanklich einfach zu überspringen. Die Kinder hatten ihre Socken aufgehängt, Kekse und Whiskey für Santa und Karotten für die Rentiere rausgestellt. Edward hat irgendwelche Weihnachts-Chorgesang-Musik angestellt. Kurz danach habe ich dann also gebügelt…

Während ich bügelte kam mir die Idee, meine Familie anzurufen. Es war ja schließlich fast Heiligabend in Deutschland. Und dann war es um mich geschehen: ein Satz, die Stimme von Papa... Und schon habe ich einen riesigen Kloß im Hals bekommen. Als ich mit Mama, Papa, Jonathan und Fabian geskyped habe, musste ich ziemlich weinen. Besonders habe ich auch meine Schwester Janina vermisst, die gerade in den USA ist. Das Heimweh kam ganz plötzlich, ziemlich unerwartet. 

Weihnachten hier in Australien war im Großen und Ganzen einfach komplett anders und neu für mich. Am 25. Dezember haben wir ein Frühstück im Park gehabt, ich habe die Familie aus England kennengelernt, wir haben Cricket und Fußball gespielt.

Weihnachtsmorgen im Park

Danach sind Edward, Tamsin, die Großeltern, die Kinder, Tamsins Bruder Giles und ich zu uns nach Hause gefahren und es gab eine große, lang andauernde Bescherung. Jedes Geschenk wurde einzeln unter den Augen aller ausgepackt, was Jahre dauerte, da ungefähr Millionen Geschenke unter dem Tannenbaum lagen.

Weihnachtsbaum

Tamsin hat sich Mühe gegeben, dass ich ungefähr gleich viele Geschenke auspacken konnte wie die Kinder. Ich habe zum Beispiel ein Thomas Sabo Armband mit drei Anhängern, ein Strandhandtuch und eine passende Strandtasche geschenkt bekommen, was ich ziemlich viel fand! Lukas und mir hat sie sogar noch Tröten mit Australienflaggen für Silvester geschenkt.

Nachmittags sind wir zum Haus der Oma gefahren, es gab dort noch mehr Geschenke und vor allem viel Essen. Turkey, Ham, Krabbencocktails, Christmas Pudding, Windbeutel, Kartoffelaufläufe,... - alles wurde mit viel Wein bei guter Stimmung verspeist. Es waren geschätzt 30 Leute zu Gast; für mich das größte Weihnachtsfest aller Zeiten. Die Familie aus England war sehr nett, auch wenn ich mir keinen einzigen Namen merken konnte, es waren einfach viel zu viele neue Gesichter. Mit Maddy aus England, die in meinem Alter war, habe ich mich sehr nett unterhalten. Ich war wirklich froh, dass ich mit ihr zusammen sein konnte. Es war so viel Trubel an dem Tag, dass ich gar nicht länger Heimweh haben konnte. Weihnachten war letztendlich doch noch sehr schön gewesen, ich habe mich noch nie so sehr in die Familie integriert gefühlt. 

Weihnachtsessen mit Meerblick bei der Oma

Am nächsten Tag habe ich alles für die anstehende Reise nach Sydney vorbereitet. Als dann endlich der 27. war und ich schon aufgeregt am Schalter am Flughafen stand und meinen Koffer aufs Band legte, kam der große Schock: mein Flug war überbucht, ich konnte erst den Flieger am nächsten Morgen, sieben Stunden später nehmen. Auf dem Flughafen habe ich dann übernachten müssen. Tamsin und Ed haben mir zwar angeboten mir ein Taxi zu zahlen, was ich aber nicht angenommen habe.. Schlafen hätte ich in der kurzen Zeit zu Hause vor Aufregung eh nicht können. Der arme Lukas kam also in Sydney an, ohne dass ich ihn empfangen konnte. Eine gute Freundin von mir war allerdings zum Glück zur etwa gleichen Zeit am Flughafen in Sydney und konnte ihn über meine Situation aufklären und empfangen. Als ich dann endlich in Sydney landete, war ich einfach nur glücklich endlich wieder mit Lukas zusammen sein zu können. Er hatte mir in den drei Monaten so schrecklich gefehlt... Endlich hatten wir uns wieder!

Insgesamt haben wir in drei Unterkünften in Sydney gelebt, da keine über den gesamten Zeitraum vom 27.12.13 bis zum 03.01.14 ein Doppelzimmer frei hatte. Das war etwas nervig, da wir ständig ein- und auspacken mussten. Der Vorteil war, dass wir so sehr viele verschiedene Ecken von Sydney gesehen haben. Das erste Hotel lag sehr zentral. Das zweite war grausam, ein "ibis budget Hotel" mit Plastikdusche und Toilette, und lag etwa eine dreiviertelstunde außerhalb des Stadtkerns in Strathfield, einem heruntergekommenem Stadtteil Sydneys, direkt an einer vierspurigen Autobahn. Das dritte ein Zimmer in einem Privathaushalt direkt am Bondi Beach.

Wir haben sehr viel erlebt, zum Beispiel haben wir einen Tagesausflug in die Blue Mountains gemacht. Abends haben wir eine Bootstour gemacht, bei der wir unter anderem unter der Harbour Bridge durchgefahren sind.

Lukas in den Blue Mountains  Bootstour, Harbour Bridge und Opernhaus Australische Flagge am Boot

Außerdem haben wir eine kostenlose dreistündige Stadtführung durch Sydney gemacht. Das Opernhaus und die Harbour Bridge haben uns im ersten Augenblick wirklich umgehauen. Es war toll, sie mal in echt zu sehen. Der Stadtführer hat uns auch ein paar unbekanntere Ecken gezeigt, zum Beispiel auch eine Gasse, in der unzählige Vogelkäfige hängen; zu hören waren verschiedene Vogelstimmen, die von Tonbändern kamen. Sie stehen für die ausgestorbenen Vogelarten, die in Australien gelebt haben, bevor Australien eingenommen und "zivilisiert" wurde.

Sicht vom Hafen auf die Harbour Bridge und das OpernhausLukas uns ich vor dem Opernhaus Vogelkäfige in einer Gasse in Sydney

Silvester haben wir auf einem Berg, dem "Observatory Hill" verbracht, von dem wir wunderbar auf die Harbour Bridge schauen konnten. Wir saßen dort schon ab zwei Uhr mittags, da uns der Stadtführer gesagt hatte, dass es irre voll werden würde. Zum Glück hatten wir genug Essen und Trinken eingekauft. Das Feuerwerk war atemberaubend schön, jedoch ziemlich kurz. Hier in Australien dürfen Privatleute ja auch gar kein Feuerwerk selber anzünden… Deswegen war nach dem Hauptfeuerwerk im Hafen auch wirklich nichts mehr am Himmel zu sehen, was für mich sehr ungewohnt war. Alkohol wurde auch so gut wie gar nicht getrunken, in allen Parks und Aussichtspunkten war striktes Alkoholverbot mit dazugehörigen Kontrollen...

Picknick auf dem Observatory Hill Lukas und ich vor der Harbour Bridge am Silvesterabend Feuerwerk über der Harbour Bridge Innenstadt kurz nach Mitternacht, Neujahr

Die letzten drei Tage in Sydney und meinen Geburtstag haben wir am Bondi Beach verbracht, an den täglich hunderte Touristen (vor allem asiatische!) mit den Bussen angekarrt werden. Ich muss sagen, dass mich der Strand an sich nicht wirklich umgehauen hat - ich habe in Perth und Umgebung schon viel schönere und vor allem leerere Strände gesehen - jedoch muss ich zugeben, dass dort eine ganz besondere Stimmung herrschte. Morgens, wenn kaum Touristen dort sind, kann man die Australier beobachten, die mit ihrem Surfboard die Straße runterlaufen, um vor der Arbeit eine Weile Surfen zu gehen. Auf dem Rückweg holen sie sich einen Kaffee im Stammcafé und werden dort mit Namen begrüßt. Es war dieses lässige australische Livestyle, den wir spüren konnten. Den Lifestyle, den man als Ausländer in Australien erwartet.

Lukas und ich am Bondi Beach

Insgesamt war Sydney aufregend, über Silvester würde ich allerdings nicht nochmal herkommen. Es war einfach viel zu voll, hektisch und übeteuert. 

Am 03. Januar sind wir dann gemeinsam nach Perth, meine Heimat, geflogen.

Flug von Sydney nach Perth

Dort durften wir in Cottesloe in der Wohnung unter dem Haus der Großeltern wohnen. Perth ist so viel ruhiger und entspannter als Sydney, hier sind kaum Touristen. Wir haben es sehr genossen, dass wir nur über die Straße zum Strand laufen mussten und dass wir eine kleine Küche hatten, in der wir uns selbst was kochen konnten (wir waren inzwischen ziemlich arm, das Essengehen in Sydney war unfassbar teuer). Meine Gastfamilie hat Lukas dann auch endlich kennengelernt; vor allem Sheppy hat ihn geliebt, weil er mit ihm Fußball gespielt hat. Zu Weihnachten hatte ich Lukas einen Tagesausflug nach Rottnest Island geschenkt. Leider habe ich davon keine Fotos, die Kamerabatterie war alle... Aber ich habe ja schon einmal Bilder von Rottnest Island hochgeladen, also wisst ihr ungefähr, wie es dort aussieht.

Wir durften sogar ein Auto von den Großeltern nutzen und sind damit zum Beispiel in den Kings Park gefahren, von dem man einen guten Ausblick auf die Stadt hat.

Lukas und ich im Kings Park_1 Lukas und ich im Kings Park_2 Lukas im Kings Park Lukas am Cottesloe Beach

Wir hatten wunderschöne zwei Wochen zusammen und hatten einen großartigen Urlaub, den wir niemals vergessen werden. Für mich war es auch sehr schön, einfach mal Urlaub in Perth zu machen; nicht zu arbeiten. Dann hat man eine ganz andere Sicht auf die Stadt, kann alles so richtig genießen. 

Mittlerweile ist Lukas leider wieder in Deutschland und für mich beginnt wieder der normale Alltag... Morgen fahren wir wieder für eine Woche ins Ferienhaus bei Margaret River.

Ich hoffe, dass euch der Blogeintrag nicht zu lang geworden ist. Ich habe schon versucht mich kurz zu halten... haha. Nun folgen wieder wöchentliche und kürzere Beiträge!

 

Ganz, ganz liebe Grüße!

Eure Caro

4. Advent

22Dez2013

Hallo ihr Lieben,

 

gerade sitze ich bei Anna in der Küche. Nicht in einer normalen Küche, wie sie ihr euch jetzt wahrscheinlich vorstellt. Nein, die Küche - das ganze Haus- sieht aus, wie aus einem luxuriösen Hochglanzmagazin entsprungen! Alles ist überdimensional groß, der Flur ist kilometerlang, überall hängen riesige Gemälde an den Wänden. Im Prinzip ein ganz gewöhnliches Einfamilienhaus hier in Perth. Trotzdem - für mich ist es immer wieder erstaunlich, in was für Anwesen die australische Oberschicht so lebt. Nicht zu vergleichen mit den Villen in Frohnau... Doch ich finde fast alle diese Häuser sehr steril, kalt. In Tamsins und Edwards Haus fühle ich mich sehr wohl, es ist kleiner, gemütlicher, wärmer eingerichtet...

Auf jeden Fall bin ich heute bei Anna und werde auch hier schlafen; sie hat nämlich Angst hier alleine zu schlafen. Ihre Gastfamilie ist im Urlaub. Vorhin waren noch zwei andere Freundinnen hier und wir haben Weihnachtsplätzchen gebacken. Im Hintergrund liefen Weihnachtslieder und da habe ich zum ersten Mal ein kleines bisschen Heimweh bekommen. Es ist der vierte Advent, in zwei Tagen ist Weihnachten in Deutschland... Hier ist „Weihnachten“ ja erst am 25sten. Weihnachtsstimmung kommt aber überhaupt nicht auf. Dass wir Plätzchen gebacken haben, kam mir vor wie ein Aprilscherz.

Naja, ich hab das Gefühl mein Sommer dauert dieses Jahr einfach ein bisschen länger, Weihnachten wird einfach übersprungen. Ich wäre gerne bei euch allen... Ich denke an euch und wünsche euch wunderschöne Weihnachtstage.

In fünf Tagen ist Lukas bei mir, ich kann es kaum erwarten!!! Sydney über Silvester wird bestimmt sehr aufregend. Den zweiwöchigen Urlaub von der Arbeit kann ich auch gut gebrauchen... ;)

Ich weiß nicht, ob ich in Sydney einen Blogeintrag schreiben kann. Wenn nicht: Kommt gut ins neue Jahr!

Viele liebe Grüße

eure Caro

Nicht viel passiert - viel zu viel gearbeitet

13Dez2013

Hallo ihr Lieben,

 

tut mir leid, dass ich nicht wie üblich am Sonntag einen Eintrag gepostet habe. Ich war ziemlich im Stress, habe viel gearbeitet und einfach keine Zeit gefunden. Außerdem ist auch nicht wirklich viel Spannendes passiert.

Es wird hier immer heißer - gerade sind es 38 Grad. Ohne Klimaanlage, den Ventilator oder das Meer ist es wirklich schwer auszuhalten. 

Alle sind im Weihnachtsfieber. Nur ich nicht. Haha... Der Oma helfe ich viel im Haus, am Sonntag kommt die ganze Familie aus England angereist.

Sonntag schreib ich dann nochmal einen längeren Blogeintrag.

 

Hoffentlich geht es euch allen gut! Bis demnächst 

Eure Caro

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